Von Beni Deuber, Gemeinderat bis Juni 2026

Liebe Klotenerinnen und Klotener

Im Oktober 2020 rückte ich für Christoph Fischbach in den Gemeinderat nach. Bei den nächsten Erneuerungswahlen durfte ich das Vertrauen der Bevölkerung erneut erfahren und wurde wiedergewählt. Nach gut fünfeinhalb Jahren im Amt habe ich mich entschieden, bei den kommenden Wahlen nicht mehr zu kandidieren. Am 2. Juni fand meine letzte Gemeinderatssitzung statt, ein Moment der mir Zeit zum Zurückblicken und um Dankeschön zu sagen.

Ich möchte mich bei Ihnen allen herzlich für das Vertrauen bedanken, das Sie mir in all den Jahren entgegengebracht haben. Mein besonderer Dank gilt auch meiner SP-Fraktion: Die Zusammenarbeit war konstruktiv und geprägt von gegenseitigem Respekt. Die Zeit im Gemeinderat war für mich eine prägende Erfahrung. Ich durfte viel Neues lernen, oft umdenken und immer wieder die Balance suchen zwischen Pragmatismus und Idealismus — stets mit dem Ziel, das Wohl unserer Stadt Kloten zu fördern.

Ein Erfolg, den ich persönlich als besonders bedeutsam erachte, war die Bewilligung der zwei Kunstrasenfelder im Stighag. Als Trainer des FC Kloten war ich in dieser Frage offiziell in den Ausstand getreten — aus meiner Sicht ein erklärbarer, wenn auch ungewöhnlicher Umstand. Umso mehr freut es mich, dass das Projekt dennoch breite Zustimmung fand; nur eine kleine SVP-Mehrheit lehnte es ab. Solche Entscheidungen zeigen, dass wir in Kloten auch über Parteigrenzen hinweg Lösungen finden können, wenn das Gemeinwohl im Vordergrund steht.

Was mir in dieser Zeit ebenfalls positiv in Erinnerung bleibt, ist die Art und Weise, wie Debatten geführt wurden. Auch nach hitzigen Auseinandersetzungen blieben Diskussionen respektvoll. Das persönliche Vertrauen blieb äusserst wichtig: Man konnte mit den Kolleginnen und Kollegen weiterhin in die Augen schauen. Das ist in der Politik nicht selbstverständlich und darum wertvoll. Weniger werde ich die gelegentlich endlosen Budgetdebatten vermissen, in denen manchmal minutenlange Wortbeiträge zu wenigen Franken gehalten wurden — offenbar gibt es Menschen, die Reden lieben. Für mich hingegen zählten die inhaltlichen Auseinandersetzungen und die konkreten Entscheidungen, die unser Kloten voranbringen.

Mit Blick auf die Zukunft mache ich mir dennoch Gedanken. Ab Juli wird eine noch stärkere bürgerliche Mehrheit zusammen mit unserer Mitte Partei, den Gemeinderat und Stadtrat dominieren. Ich hoffe sehr, dass diese Mehrheit die drängenden Probleme unserer Stadt nicht aus den Augen verliert. Themen wie Klimaschutz, bezahlbarer Wohnraum und ein gut funktionierender Verkehr betreffen uns Tag für Tag — und sie verlangen mutiges und vorausschauendes Handeln. Allzu oft sind wir in den vergangenen Jahren auf taube Ohren gestossen, wenn es darum ging, soziale Ausgewogenheit und nachhaltige Lösungen ernsthaft umzusetzen.

Ich bleibe meiner Partei treu und werde die Anliegen der SP weiterhin unterstützen — sei es als Mitglied, als engagierter Bürger oder in anderen Formen der Mitwirkung. Mein Ideal ist ein soziales Kloten: eine Stadt, die auf ihre Anwohnerinnen und Anwohner schaut, Leben möglich macht und nicht nur auf Sparprogramme setzt. Gerade in Zeiten, in denen finanzielle Zwänge propagiert werden, braucht es kluge Prioritätensetzungen, damit das Miteinander nicht auf der Strecke bleibt.

Abschliessend ein Aufruf an alle Stimmberechtigten: Beteiligen Sie sich an Wahlen und Abstimmungen. An den letzten Urnengängen lag die Stimmbeteiligung in Kloten bei nur 25,14 %. Das ist zu wenig. Demokratie lebt von Beteiligung; jede Stimme zählt und hat Gewicht für die Richtung, in die unsere Stadt gesteuert wird. Nutzen Sie Ihr Recht, denn Sie entscheiden mit — wie Kloten künftig regiert wird und welche Werte hier gelebt werden.

Herzlichen Dank für Ihr Vertrauen und alles Gute für unsere Stadt.

Diese Kolumne erschien am 11. Juni 2026 im “Klotener Anzeiger”.

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